Bgm. Gaida zu Umfrageergebnis und PV-Anlage

Achtung: dieser Eintrag ist nicht mehr aktuell!

Bgm. Wolfgang Gaida

Vor der hoffentlich bald einkehrenden Weihnachtsruhe gibt´s noch ein paar Themen, die für Gesprächsstoff sorgen. Auf diese möchte ich mit dieser Ausgabe eingehen. Vor den Feiertagen melde ich mich dann nochmal mit einer besinnlicheren Ausgabe.

Bevölkerungsumfrage

Die darin geäußerte Zufriedenheit macht mich stolz! Schön, dass man sich in unserer Gemeinde offensichtlich wohl fühlt und mehrheitlich zufrieden ist. Damit das so bleibt, nehme ich mit meinem Team aber auch die kritischen Kommentare und freundlichen Hinweise für Verbesserungen sehr ernst.
Ich kann Ihnen versichern, dass wir nicht müde werden, ihre Wünsche und Anregungen, nach und nach umzusetzen. Alles auf einmal geht leider nicht, aber je nach vorhandenen Finanzmittel und erhältlichen Fördermitteln arbeiten wir unsere ToDo-Liste ab.
Auf jeden Fall möchte ich mich für den Austausch zwischen meinem Team und mir mit Ihnen, sehr geehrte Hohenauerinnen und Hohenauer, herzlichst bedanken, sowohl für die Teilnahme an der Umfrage als auch am Bürgerstammtisch! Diese Plattform für den Austausch mit der Bevölkerung werde ich auf jeden Fall beibehalten!

PV-Anlage

Dass dieses Projekt plötzlich so viel Staub aufwirbelt, habe ich nicht erwartet. Teilweise kann ich Sorgen nachvollziehen, manche Behauptungen kann ich allerdings nicht verstehen.
Wenn Sie gestatten, darf ich hier auf ein paar Vorwürfe eingehen, die mich in den letzten Tagen über die sozialen Medien, telefonisch aber auch persönlich erreichten. Die Daten der Anlage und dass sie naturverträglich ist und welche Vorkehrungen getroffen wurden, dass sie ins Landschaftsbild passt, finden Sie in einem eigenen Artikel.

Versiegelung

Vor allem zu diesem Stichwort gingen die Wellen hoch. Ich frage mich warum, denn von den Projektflächen wird keine einzige versiegelt. Es wird ein kleines Platzerl betoniert, wo der Trafo steht, aber ansonsten wird die Wertigkeit der Fläche hinsichtlich Artenvielfalt oder Biodiversität sogar angehoben.

Agri - PV - Anlage

Es handelt sich um eine Agri-Photovoltaik-Anlage. Diese Bezeichnung beschreibt eine Technologie zur gleichzeitigen Nutzung landwirtschaftlicher Flächen für die Pflanzenproduktion als auch für die Gewinnung elektrischer Energie durch Photovoltaik. Eigentlich eine gute Sache, nachzulesen im Detail z.B. unter www.agri-pv.org.

Wieso wussten wir von nix?

Mir wird vorgeworfen, ich hätte die Errichtung der Anlage verschwiegen. Abgesehen davon, dass wir diese Anlage weder errichten noch betreiben, sie weder auf Gemeindegrund errichtet wird, noch die Gemeinde die zuständige Behörde ist, gab es sehr wohl ein umfangreiches Informationsangebot.
Das Verfahren wurde kundgemacht. Die Unterlagen lagen zur Einsicht am Gemeindeamt auf und im Atrium standen Errichter und Betreiber mit allen Projektunterlagen im Rahmen einer Bevölkerungsinfo bereit. Die Einladung dazu erging an alle Haushalte. Wieso jemand davon nicht wusste, muss er sich selbst fragen, nicht mich.

Wieso nicht verhindert?

"Der Bürgermeister ist doch die Baubehörde, wieso hast Du die Errichtung der Anlage nicht verhindert?" werde ich gefragt.

Die Baubehörde ist nicht zuständig, sondern der Bereich Anlagenrecht des Landes, also hat die Bezirkshauptmannschaft das Bewilligungsverfahren abgewickelt. Ich bin also gar nicht die zuständige Behörde.

Abgesehen davon frage ich mich, wie ich die Anlage überhaupt verhindern hätte sollen? Ein Landwirt - zugegebener Maßen ein sehr großer - plant die Errichtung einer PV-Anlage auf seinen Grundstücken. Die Flächenwidmung entspricht! Der Grund gehört ihm. Die Anlage ist bewilligungsfähig.

Im Zuge des Verfahrens haben Sachverständige im Auftrag der zuständigen Behörde festgestellt, dass weder Landschaftsbild noch Erholungswert der Landschaft noch ökologische Funktionstüchtigkeit im betroffenen Lebensraum erheblich beeinträchtigt werden, sodass die Anlage unter Auflagen bewilligt wurde.

Weihnachtsfriede

Ich hoffe, ich konnte ein paar Sorgen nehmen und mit meinem Kommentar und den Fakten zur Anlage in dem extra Artikel ein wenig zur Beruhigung beitragen.
Ich stehe auch gerne zur Verfügung, sollte sich jemand ein Bild über Details zur Anlage machen wollen. Ich habe die Unterlagen durchgesehen, ein Gutachten beträgt bis zu 75 Seiten und ich habe bei vielen Kommentaren, die ich in den sozialen Medien lese, den Eindruck, das hat nicht jede(r) gemacht.

Ich wünsche mir aber nicht nur zu diesem Thema ein wenig mehr Bedacht. Sondern generell wird es allen gut tun, wenn ein wenig Frieden in unseren Alltag einkehrt. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine besinnliche Adventzeit. Genießen Sie diese mit ihren Liebsten.

Ihr

Unterschrift Bürgermeister