Bgm. Robert Freitag über drei FPÖ-Initiativanträge

Achtung: dieser Eintrag ist nicht mehr aktuell!

Bürgermeister Robert Freitag

Bürgermeister Robert Freitag Robert Gaida

Sehr geehrte Hohenauerinnen und Hohenauer!

Eine Gemeinde lebt vom Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger, sei es in den Vereinen, im sozialen oder auch politischen Bereich. Hochachtung vor Jedem der hier seinen Beitrag leistet. Speziell beim politischen Engagement kommt es aber sehr stark auf das „Wie“ an. Die fragwürdigen Inhalte einiger Beiträge einer in den letzten Tagen an alle Haushalte gerichtete Aussendung bzw. Beiträge die via neue Medien verbreitet werden, bedürfen meiner Meinung nach einer Richtigstellung. Daher die „Tatsachen“ dazu.

Au-Bad
Unser Au-Bad ist ein zertifiziertes EU-Naturbadegewässer und wird daher regelmäßig in punkto Auflagen der Behörde und Wasserqualität überprüft. Das Au-Bbad wird was Rettungsmittel, Aufsicht, Instandhaltung und auch Hygiene betrifft, konsensgerecht betrieben. Daher gab es bei der letztmaligen Überprüfung auch nur einige kleinere Beanstandungen und die Wasserqualität ist wie in den letzten Jahren sowieso wieder als hervorragend zu bezeichnen.

Natürlich kommt es leider auch vor, dass Toiletten, trotz täglicher Reinigung in der Hauptsaison, verschmutzt angetroffen werden oder Teile der Toiletten oder Duschen fehlen. Aber da liegt es sicher nicht am Reinigungspersonal.

Zahlreiche Arbeitsstunden investieren wir jährlich für Grasmähen, Beseitigung der Vandalismusschäden und Reparaturen, auch größere, wie heuer die Generalsanierung des WC-Containers beweist. Dass nach mehr als zwei Jahrzehnten Betrieb über eine Generalüberholung nachgedacht werden muss, liegt auf der Hand. Diese Überlegung ist aber für mich nicht neu, steht dies ja dezidiert im Arbeitsprogramm meines Teams zur Gemeinderatswahl 2015.

Attraktivierung des gesamten Freizeitareals und Au-Bades, Schaffung von Campingplätzen inklusive Errichtung eines zentralen Betriebsgebäudes steht dort zu lesen. Vorarbeiten, wie Gespräche mit der Behörde betreffend der erforderlichen Umwidmung der Flächen für die Campingplätze fanden bereits statt. Da das gesamte Areal in einem Vogelschutzgebiet bzw. Landschaftschutzgebiet liegt, wurde bereits die Erarbeitung einer naturschutzrechtlichen Stellungnahme zum gesamten Vorhaben in Auftrag gegeben. Anschließend wird im zuständigen Ausschuss das Gesamtprojekt unter Beiziehung von Fachleuten geplant und nach Sicherstellung der erforderlichen finanziellen Mittel umgesetzt.

Fischen im Au-Bad
Auch der Wunsch das Au-Bad befischen zu dürfen, ist mir nicht neu. Nur muss daran erinnert werden, dass das zunächst geduldete Fischen nur mehr von einigen Wenigen in Anspruch genommen wurde. Auch haben Vandalismus und Verunreinigung in der Nacht im unversperrten Areal über Hand genommen. Zahlreiche zurückgelassene Angelschnüre samt Haken stellten eine permanente Verletzungsgefahr für die Badegäste dar. In der Ruhezone wurden die Ufer zwecks Schaffung besserer Sitzmöglichkeiten abgegraben und auf Grund kübelweisen Anfütterns drohte das Gewässer zu kollabieren. Nicht selten trieben am Morgen die Holztüren der Toilettenanlage, die Mistkübel samt Inhalt und Bänke im Wasser. Das Rettungsboot und sogar Fahrräder wurden versenkt.

All das veranlasste mich das Fischen zu unterbinden, das Areal über Nacht abzusperren und so einen gesicherten Badebetrieb sicherzustellen. Auch wurde im ursprünglichen Genehmigungsbescheid das Thema Fischen nicht berücksichtigt. Ebenso ist es uns nicht gestattet für eine Fischereierlaubnis etwas zu verlangen. Aber es hört sich gut an, wenn man dem Bürgermeister unterstellt auf 20.000 bis 25.000.- Euro Einnahmen verzichten zu können.

Da aber wie schon ausgeführt ein Projekt bereits im Entstehen ist, dazu ein neuer Bescheid seitens der Behörden notwendig wird, werde ich auch auf die Behandlung dieses sensiblen Themas bestehen. Im Vordergrund wird aber immer ein gesicherter Badebetrieb stehen.

Zahnarzt
Auch im Bezug ärztlicher Versorgung kann jede einzelne Hohenauerin und jeder Hohenauer davon ausgehen, dass der Gemeinderat und der Bürgermeister nicht erst eine Aufforderung brauchen um ihre Hausaufgaben zu machen. So wurde bereits lange bevor Dr. Wrba in Pension ging mit vereinten Kräften versucht die zahnärztliche Versorgung in Hohenau weiter zu sichern, was aber aus bekannten Gründen nur kurzfristig gelang.

Soll nicht heißen, dass für mich das Thema „Zahnarzt für Hohenau“ abgehakt ist. Ich arbeite weiter intensiv an einer positiven Lösung und habe auch Räumlichkeiten angeboten um einem neuen Zahnarzt in Hohenau den Start zu erleichtern.

Nachfolge Dr. Straka
Natürlich wird auch rechtzeitig versucht, Nachfolger für unser Ärzteehepaar Dr. Straka, wenn diese voraussichtlich 2018 in den Ruhestand treten zu finden. Auch hier werden wir unseren Beitrag leisten und Gesundheitslandesrat Androsch wurde schon vor Monaten um Unterstützung ersucht.

Die Printmedien haben am Wochenende dieses Thema aufgegriffen, die Problematik gut dargestellt und auch festgehalten dass eine Arztpraxis im ländlichen Raum auf Grund der derzeit herrschenden Rahmenbedingungen für Jungärzte scheinbar nicht mehr attraktiv ist.

Trotzdem blicke ich positiv in die Zukunft und werde wie bei allen anderen Vorhaben, gemeinsam mit meinem Team, mit vollem Elan an einer für Hohenau akzeptablen Lösung arbeiten.

Neben „Fischen im Aubad“ und „Ärzte für Hohenau“ erreichte mich dieser Tage auch folgender Initiativantrag seitens der FPÖ Hohenau.

Asphaltierung Kellerberg
„Die derzeit mit einer ungebundenen oberen Tragschicht (Schotter) versehene Zufahrtsstraße zu den Heurigenlokalen Nossian und Setik wird mit einer oberen bituminösen Tragschicht 2017 versehen. Die finanzielle Bedeckung wird in das Straßenbaubudget 2017 vorgesehen“ (Originaltext).

Unser Adamstal und Kellerberg sind ein im Weinviertel einmaliges erhaltenswertes Ensemble und daher von den Ortsansässigen aber auch von vielen Besucher geschätzt. Daher gibt es schon seit Jahrzehnten Bemühungen seitens der Gemeinde und auch vieler Unterstützer, wie den Weinbauverein, den Kellerberg zwar zu erschließen aber so weit als möglich in seiner ursprünglichen Form zu erhalten.

So wurden schon vor meiner Zeit insgesamt vier Zufahrten/längere Wegabschnitte, zuletzt der Kapellenweg, mit einer staubfreien Tragschicht in diesem Areal versehen. Der Kapellenweg hinter den Kellern deshalb, weil man verhindern wollte, den Verkehr nicht vor die Keller zu lenken und einige Wege auch in ihrer ursprünglichen Art zu erhalten.

In weiterer Folge wurde in meiner Amtszeit die Beleuchtung, aber auch nur auf einigen „Hauptrouten“ erweitert und somit ein gesicherter Nachhauseweg möglich gemacht. Somit war der geplante Ausbau der Infrastruktur abgeschlossen. Ich bin über die neu aufgetauchten „Ausbauwünsche“ für das Adamstal sehr verwundert, wurde doch sowohl bei der Bauverhandlung und auch bei der gewerberechtlichen Verhandlung 2012 des Heurigens Nossian von mir persönlich als auch von der Behörde auf die unbefestigte Zufahrt aufmerksam gemacht.

Straßen- und Wegebau
Durchschnittlich investierten wir in unserer Gemeinde in den letzten drei Jahren ca. Euro 300.00.- für Straßen/Wege/Beleuchtung. Eine stolze Summe; trotzdem mussten immer wieder auch wichtige Projekte im Ort aufgeschoben werden. Für 2017 und Folgejahre gibt es schon eine lange Prioritätenliste.

Ganz oben steht die Sanierung/Neugestaltung der Deimelgasse (29 Wohnungen werden fertiggestellt und an die neuen Mieter übergeben). Hier müssen Parkplatze geschaffen werden, die Fahrbahn und Gehwege saniert bzw. gänzlich erneuert werden.

Eine Liste mit zahlreichen Ausbesserungen im gesamten Ortsgebiet (Rohrbrüche, Frostschäden, lose Randsteine, etc.) liegt auf meinem Schreibtisch und die unmittelbaren Anrainer erwarten verständlicherweise deren Reparatur.

In den Folgejahren ist die Straße bei den neuen Bauplätzen im Oberort zu befestigen und der Rathausplatz West bis zum ehemaligen „Schaumi“ zu sanieren bzw. neu zu gestalten, um nur einige zu nennen.

Ebenfalls aus diesem Budgettopf muss die Erneuerung der Straßenbeleuchtung (Forsthausgasse, Hauptstraße und in vielen Nebengassen), denn viele Masten neigen sich schon bedenklich, berappt werden.

Noch gar nicht erwähnt die Straßen und Wege bei denen noch die Verschleißschicht aufgebracht werden muss. Wobei auch noch nicht ganz unwesentlich ist, die betroffenen Anrainer dieser Vorhaben haben alle bereits ihre Aufschließungsbeiträge bezahlt und somit ein Anrecht auf Durchführung dieser Arbeiten, natürlich nach Dringlichkeit gereiht.

Im Bereich Adamstal/Kellerberg dürfen, wie im Gesetz vorgesehen, Aufschließungsabgaben nicht eingehoben werden.

So sollen hier vorsichtig geschätzt mehr als 100.000.-Euro (tragfähiger Untergrund und Asphalt auf ca. 1600 m2) investiert werden und ich als Bürgermeister muss den Anrainer im Ort beibringen, die Projekte vor ihrer Haustür werden zu Gunsten von Asphaltierungen im Adamstal aufgeschoben. Und was ist eigentlich mit der Zufahrt zum Heurigen Grössl oder weitere Heurige, asphaltieren wir alle Wege im Adamstal und am Kellerberg?

Geschätzte Hohenauerinnen und Hohenauer, ich habe mir erlaubt, Ihnen sehr ausführlich gesetzliche Vorgaben, Rahmenbedingungen und auch den finanziellen Hintergrund zu den drei eingebrachten Initiativanträgen näher zu bringen. Ich will damit sicherstellen, dass für Sie nachvollziehbar wird, warum manche Wünsche nicht erfüllt werden können und warum Entscheidungen in Vergangenheit vom Gemeinderat oder auch von mir getroffen wurden.

Meint Ihr Bürgermeister:
Robert Freitag