Bgm. Wolfgang Gaida über die Elemente

Bgm. Wolfgang Gaida

Sehr geehrte Hohenauerinnen und Hohenauer!

Erde, Feuer, Wasser, Luft - die vier Grundelemente der antiken Philosophie - zwei davon machen mir gerade Sorgen und ich darf zum sorgsamen Umgang aufrufen.

Höchste Gefahr

Das European Forest Fire Information System (EFFIS) zeigt wegen einer extremen Hitzewelle erstmals die höchste Waldbrandgefahrenstufe für den Osten Österreichs an.
Das System berechnet das Risiko datenbasiert aus Faktoren wie aktuellen Temperaturen, vorhandenem Baumbestand sowie der Feuchtigkeit im Boden und im Holz.
Die Alarmstufe „Sehr Extrem“ wurde ursprünglich ausschließlich für die weitaus gefährdeteren südeuropäischen Länder eingeführt und gilt nun auch hier bei uns.

Menschengemacht

Laut Daten der Universität für Bodenkultur (BOKU) werden rund 85 % aller Waldbrände in Österreich direkt durch den Menschen ausgelöst.
Achtlos weggeworfene Zigaretten stellen den Hauptgrund für den Ausbruch von Bränden dar.

Vorsorge

Vermeiden Sie deshalb bitte offenes Feuer, Rauchen und Grillen am Waldrand oder im Wald.
Auch Flurbrände sind gefährlich, wenn sich diese bis zum Siedlungsgebiet ausdehnen. Werfen Sie deshalb bitte keine Zigaretten aus dem Auto, sieht man leider immer wieder.
Unsere Freiwilligen Feuerwehren leisten ohnehin immer sehr sehr viel für uns, sei es bei Wohnungsbränden, Unfällen oder Naturkatastrophen. Verschonen wir sie deshalb bitte wenigstens mit vermeidbaren Flur- und Waldbränden!

Umweltgefahr

Auch wenn es nicht trocken ist und keine akute Waldbrandgefahr besteht, kann man auf die Umwelt achten und sollte die Zigarette nicht achtlos wegwerfen.
Es ist erschreckend wie viele Tschikstummel im Park, auf den Spielplätzen, vor den Schulen oder vor dem Rathaus herumliegen.

Die gesundheitlichen Risiken des Rauchens sind mittlerweile bekannt, aber die erheblichen Umweltauswirkungen von Zigaretten werden offensichtlich übersehen.
Die weggeworfenen Stummel setzen giftige Chemikalien frei, die ins Grundwasser gelangen und sowohl Tiere als auch Pflanzen und letztlich auch den Menschen schädigen.
Eine Zigarette, vor allem aber der Filter, enthält an die 4.800 Chemikalien, davon sind 250 giftig und 90 krebserregend.

TAschenbecher

Am Gemeindeamt erhalten Sie kostenlose und umweltfreundliche TAschenbecher. Der TAschenbecher ist eine praktische Lösung der NÖ Umweltverbände für unterwegs und kann bis zu 15 Stummel aufnehmen. Nach dem Entleeren in der Restmülltonne kann er wiederverwendet werden.

Wasserknappheit

So wie eigentlich klar sein sollte, kein Feuer im Wald zu entfachen, keine Zigarettenstummel am Spielplatz wegzuwerfen, sollte auch klar sein, in der momentanen Trockenperiode kein Trinkwasser zu vergeuden.

Wir haben zwei Trinkwasserbrunnen und ich kann nicht sagen, wie lange wir Sie noch mit dem kostbaren Gut versorgen können. Ich appelliere deshalb an die Vernunft und bitte höflichst darum, den Wasserverbrauch auf das notwendigste Maß zu reduzieren bevor wir mit der Trinkwasserversorgung an unsere Kapazitätsgrenzen stoßen.

Vorsorgliche Maßnahmen

Die Gartenbewässerung bitte auf das notwendige Maß reduzieren. Gras erstrahlt ohnehin wieder im saftigen Grün sobald es wieder einmal regnet.
Das Auto muss auch nicht immer wie neu erstrahlen. Lieber ein staubiges Fahrzeug, als kein Löschwasser über den Hydranten im Ernstfall.
Auch das Abspritzen von Einfahrten, Gehwegen oder Terrassen mit Trinkwasser muss nicht unbedingt gerade jetzt sein, wenn ohnehin Wasserknappheit zu befürchten ist.

Verbrauchszahlen

Was mich zur Sorge veranlasst, kann ich natürlich auch in Zahlen gießen. Der Grundwasserspiegel ist seit Februar um einen Meter von 150,8 über Adria auf 149,8 über Adria per 24. Juni 2026 gefallen.

Gleichzeitig verbrauchen wir in unserer Gemeinde momentan 1.400 m3 Wasser pro Tag. Normalerweise sind es 550 m3 im Schnitt.
Da ist also gerade mächtig was im Gange und ich bitte um Verständnis und um Ihre tatkräftige Mithilfe einem möglichen Engpass rechtzeitig entgegenzuwirken.

Ansonsten läuft es gut

Die beiden genannten „Elemente“ machen mir Sorgen, ansonsten läuft es in unserer Gemeinde momentan aber gut. Der Kindergarten ist bis auf die Außenanlagen fertig und läuft schon im Probebetrieb. Die offizielle Eröffnung ist für 7. Oktober geplant. Unser neuer Arzt Dr. Imböck wird am 1. Oktober ans Werk gehen. Bis dahin wird die Ordination umgebaut. Der Baubeginn für Wohnungen und Reihenhäuser am Schüttkastengelände ist bereits erfolgt. Ebenso für die Kanalsanierung. Die Errichtung der Rotkreuz-Stelle startet Anfang Juli. Somit „Tutto paletti!“

In diesem Sinne wünscht weiterhin einen schönen Sommer Ihr

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