Bgm. Wolfgang Gaida zum Thema Gesundheit

Bgm. Wolfgang Gaida

Sehr geehrte Hohenauerinnen und Hohenauer!

Heute darf ich mich zum Thema Gesundheit äußern. Es gibt es viele gute Neuigkeiten, eine Sache macht mich jedoch nachdenklich und auch diese möchte ich ansprechen.

Falsche Zurückhaltung

Also dann, zuerst die schlechte Nachricht. So sehr ich unsere Gemeinde mit ihren Bürgerinnen und Bürgern liebe, eine Sache will nicht in meinen Kopf: Die stets geringe Teilnahme beim Blutspenden. Ich finde es traurig, dass sich nicht mehr Spenderinnen und Spender finden!

Unsere Gesundheitsreferentin Maria Jankowitsch organisiert vier Mal jährlich eine Blutspendeaktion und es kommen kaum mehr als 40 Personen. Nicht jede(r) darf spenden und nicht immer haben alle Zeit, aber wenn man bedenkt, dass wir fast 2.800 Einwohner haben und auch einige Spender aus den umliegenden Gemeinden kommen, ist das doch erschütternd, dass nicht mehr zum Blutspenden kommen.

Seien Sie bitte nicht böse, wenn ich meinen Unmut äußere, aber Blutspenden ist so irrsinnig wichtig weshalb ich mir erlaube, dieses Bewusstsein zu wecken. In Österreich wird alle 90 Sekunden eine Blutkonserve benötigt. Eine Spende kann den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen.

Nur gemeinsam – durch jede einzelne Spende – können wir sicherstellen, dass immer genug Blut für jene zur Verfügung steht, die es dringend benötigen. Das können auch Sie selbst sein, z.B. nach einem schweren Unfall, bei einer Geburt oder bei einer ernsthaften Erkrankung.

Defibrillator

In Kooperation mit dem Roten Kreuz, der Raiffeisenbank Weinviertel Nord haben wir im März einen öffentlich zugänglichen Defi seiner Bestimmung übergeben. Dieser ist im Foyer der Raika untergebracht.

Ich hoffe natürlich, er wird wenig bis gar nicht benötigt, trotzdem wäre es im Ernstfall gut zu wissen, wie man damit umgeht. Das Rote Kreuz hat deshalb eine kostenlose Schulung für die Bevölkerung angeboten und das war Mitte April das nächste erschütternde Erlebnis für mich. Bis auf die Gemeindeleute von der Titelseite, war niemand aus unserer Bevölkerung daran interessiert. Es haben lediglich Gesundheitsreferentin Maria Jankowitsch, Amtsleiter Wolfgang Wimmer, meine Gattin und ich, sowie zwei Personen aus Hausbrunn teilgenommen.

Wie erwähnt, bitte nicht böse sein, dass ich auch einmal negative Dinge anspreche, aber wenn es darum geht, Leben zu retten, hätte ich mit mehr Zuspruch gerechnet. Aber vielleicht sehen wir uns ja bei der nächsten Blutspendeaktion, die am 14. Juli, von 16.30 bis 19.00 Uhr im Atrium organisiert wird.

Rot Kreuz Ortsstelle

Und jetzt zu den guten Nachrichten hinsichtlich unserer medizinischen Versorgung. Im Juni startet der Bau der neuen Ortsstelle des Roten Kreuzes. Im Zuge der Umsetzung des neuen Rettungsdienstvertrags mit dem Land NÖ zur flächendeckenden Versorgung mit Rettungswägen für 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche, wurde im ersten Schritt die Bezirksstelle Zistersdorf bereits umfangreich saniert. Nun folgt die Errichtung einer eigenen Ortsstelle in unserer Gemeinde.

Diese wird zwei Garagen für Rettungswagen und Krankentransportwagen, Gemeinschafts- und Aufenthaltsräume, Umkleiden und Nassräume, Büro, Küche, Ruheraum sowie Materiallager beinhalten.

Mit dem neuen NÖ Rettungsdienstvertrag wird die Ortsstelle zum fixen Stützpunkt aufgewertet, wo rund um die Uhr eine Mannschaft, zusammengesetzt aus Freiwilligen, Zivildienern und Berufsrettungsfahrern, mit Fahrzeugen in Bereitschaft ist.

Für unsere Gemeinde ist das eine tolle Aufwertung, die eine sichere Versorgung der Bevölkerung mit sich bringt. Zu verdanken haben wir das unter anderem auch der bisher schon sehr engagierten Tätigkeit unserer Ortsstelle mit ihren Freiwilligen und Christian Kletzander an der Spitze.

Als Standort wurde in Absprache mit dem Roten Kreuz ein Grundstück in unmittelbarer Nähe unseres Bauhofs ausgewählt. Unser Beitrag zu dem Projekt ist die Vermessung, Verbücherung im Grundbuch und Aufschließung des Areals.

Erfolgreiche Arztsuche

So viel kann ich schon verraten:  Für die Nachbesetzung von Dr. Zambiasi habe ich die fixe Zusage eines Arztes aus dem Bezirk, der schon mal eine eigene Praxis geführt hat. Nach Begehung der Räumlichkeiten und Besprechung der Modalitäten hat er mir versichert, sich bei der Ärztekammer um die zu vergebende Planstelle zu bewerben.
Über den Sommer werden wir die Ordinationsräumlichkeiten seinen Vorstellungen entsprechend adaptieren, sodass es voraussichtlich mit Beginn des vierten Quartals losgehen kann.
Auch hinsichtlich Vergabe der zweiten Planstelle nach Dr. Adel fanden schon erste Vorgespräche mit einer Ärztin, aber noch kein persönliches Zusammentreffen, statt.
Es ist also nicht aussichtslos, wenn man sich bemüht und ich bin sehr froh, unsere Gemeinde trotz des Abgangs von Dr. Zambiasi und der Pensionierung von Dr. Adel nahezu nahtlos medizinisch wieder gut versorgt zu wissen.

In diesem Sinne verbleibt
mit herzlichen Grüßen Ihr

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