Bgm. Wolfgang Gaida zur Trinkwasserversorgung

Bgm. Wolfgang Gaida

Diesmal darf ich mich zur Trinkwasserversorgung in unserer Gemeinde zu Wort melden und zu den momentan vermehrten Ausfällen. Diese sorgen teilweise für Unmut in der Bevölkerung, was ich gut nachvollziehen kann. Trotzdem gibt es keine leistbare Sofortlösung und ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn ich die Hintergründe dazu erläutere.

Wer ist schuld?

Eigentlich ist niemand an den momentan vermehrten Unterbrechungen unserer Trinkwasserversorgung schuld.

Ganz sicher nicht der flächendeckende Glasfaserausbau in unserer Gemeinde, denn es ist nicht so, dass dabei Leitungen beschädigt werden. Durch die Grabungsarbeiten in mindestens 60cm Tiefe kommen diese zum Vorschein.

Umgehende Sanierung

Wenn uns Schäden an den Wasserleitungen durch den Glasfaserausbau offenbart werden, ist das eigentlich so etwas wie Glück im Unglück, denn dann können wir die Stellen umgehend sanieren. Das hat auch den weiteren Vorteil, dass ja eine Baufirma schon zugegen ist und notwendigenfalls können wir auch gleich bei größeren Schäden Abhilfe schaffen. Z.B. wenn wir z.B. von einem Nebenstrang den Anschluss an die Hauptleitung auch gleich erneuern.

Unangenehm

Die Sache tritt durch den Glasfaserausbau momentan gehäuft auf und ist uns natürlich sehr unangenehm. Ich bitte jedoch um Verständnis, dass uns kaum etwas anderes übrig bleibt, als das Trinkwassernetz nach und nach zu sanieren.

Es ist schon sehr viel geschehen

Ohne dass es der Bevölkerung viel aufgefallen wäre oder an die große Glocke gehängt wurde, ist auch schon vor dem Glasfaserausbau sehr viel saniert worden.
Wir haben 2022 eine Leckortung im gesamten Gemeindegebiet in Auftrag gegeben und dabei wurden uns gröbere 22 Missstände aufgezeigt.

Durch die umgehend gesetzten Maßnahmen konnte die jährliche Fehlmenge von 2022 auf 2023 von 106.474 auf 46.525 m3 gesenkt werden. Es ist also nicht so, dass wir nichts machen, die Maßnahmen zeigen auch Wirkung, es geht halt leider nicht alles auf einmal. Wir sanieren Stück für Stück.

Komplettsanierung?

Das Wasserleitungsnetz auf einen Schlag komplett zu sanieren, sehe ich in der momentan finanzielle Situation, in der sich die Gemeinden momentan befinden, ausgeschlossen.
Und es ist ja nicht so, als müssten wir dann nicht auch hier und da die Wasserversorgung unterbrechen.

Verkauf?

Aus meiner Sicht ist der Verkauf unserer Trinkwasserversorgung momentan auch keine Option. Ich gebe schon zu, es sind nicht wenig Gemeinden, die das gerade machen und ihr Wasserwerk samt Ortsnetz z.B. an die EVN verkaufen und dann von dort ihr Wasser beziehen. Das bringt zwar schnelles Geld und und vielleicht eine raschere Sanierung, der Kubikmeterpreis in Höhe von momentan wirklich sehr günstigen 1,50 Euro lässt sich dann aber natürlich nicht mehr halten.

Gute Arbeit

Ohne überheblich wirken zu wollen, denke ich, dass meine Mitarbeiter des Bauhofs wirklich gut arbeiten. Bei Leitungsschäden wird sofort reagiert, um diese in Eigenregie schnellstmöglich zu beheben. Man wartet nicht erst auf eine Firma, die das erledigen könnte und zeigt auch keine Scheu über das Dienstende hinaus oder am Wochenende zu arbeiten, um die Wasserversorgung für Sie so schnell wie möglich wieder herzustellen.

Schieber-Problem

Unser Hauptproblem sind auch nicht unbedingt alte Leitungen, sondern dass viele Schieber nicht gängig sind - manche finden wir gar nicht mehr, weil drüberasphaltiert wurde - und wir deshalb oft keine einzelnen Stränge vom Netz nehmen können. Um wenigstens manche Schieber wieder gängig zu bekommen, überlegen wir monetan die Anschaffung eines Geräts, das uns bereits vorgeführt wurde und einen vielversprechenden Eindruck hinterließ.

Wenn es die Situation zulässt wird sogar unter Druck gearbeitet und der Großteil merkt gar nichts von der Sanierung. Oft geht es aber leider nicht anders, als die gesamte Wasserversorgung runter fahren, um den Schaden beheben zu können. Dafür bitten wir um Verständnis.

Besserung in Sicht

Ich kann Ihnen aber versichern, dass die Ausfälle ganz bestimmt weniger werden. Eben weil wir laufend sanieren. Dass die Wasser-Fehlmenge schon so viel niedriger ist, zeigt ja schon den ersten Erfolg.

Erinnern Sie sich an die Ausfälle unserer öffentlichen Beleuchtung vor noch nicht allzu langer Zeit. Da gab es während der Sanierung auch vermehrte Ausfälle und Unmut. Nun zeigen die Sanierungsarbeiten aber Wirkung und die Ausfälle halten sich mittlerweile sehr in Grenzen. So wird es auch mit dem Wasser sein.

verspricht Ihr Bürgermeister

Unterschrift Bürgermeister