Bürgermeister auf Arztsuche

Bgm. Wolfgang Gaida

Keine Frage beschäftigt unsere Gemeinde gerade so sehr, wie jene nach der ärztlichen Versorgung durch Dr. Zambiasi. Seit kurzem kann ich die Frage beantworten. Leider nicht so, wie ich mir das wünschen würde.

Ein erstes Rätselraten begann mit Infos, die mir zugetragen wurden, dass sich Dr. Zambiasi für eine Planstelle in Dürnkrut interessiere, wo beide Ärzte in Pension gehen.
Mir gegenüber erklärte er, die bestehende Ordination anpassen zu wollen, um seine Patientenzahl weiter steigern zu können, z.B. indem er den zu erwartenden Andrang aus Dürnkrut abfängt.

Ein wenig später wurde ich dann zum Gespräch in die Ordination gebeten, wo ich seinem Team Rede und Antwort stand. Eigentlich waren sich alle einig, dass wir an einem Strang ziehen sollten, um den Hohenauerinnen und Hohenauern die beste Versorgung bieten zu können. Einzig den Vorwurf, unsere Investitionen in die Ordinationsgründung von Dr. Zambiasi hätten sich schon längst amortisiert, musste ich entkräften, da wir 206.000 Euro an Investitionen getätigt haben, damit sich Dr. Zambiasi hier niederlässt und mit seinem Team gut untergebracht ist und dem gegenüber bisher nur 170.000 Euro an Mieteinnahmen stehen.

Nur sicherheitshalber eine neue Heizung zu installieren, habe ich deshalb abgelehnt. Warum auch, so lange die vorhandene funktioniert und regelmäßig gewartet wird. Sollte diese den Geist aufgeben, kommt sowieso eine neue, damit in einer Arztpraxis niemand friert, ob sich was amortisiert hat oder nicht.

Kurz darauf erreichten mich erschreckende Meldungen aus unterschiedlichen Richtungen, wie schrecklich die Zustände in der bestehenden Ordination seien und wie untragbar diese nicht wären, mich das aber angeblich nicht interessieren und ich mich nicht kümmern würde.

Für mich sind diese Behauptungen noch immer nicht nachvollziehbar!

Es hieß die Heizung ginge nicht und wird nicht gewartet?! Stimmt nicht, Heizung funktioniert, wird auch gewartet, nächster Termin im Februar!

Weiteres Gerücht (Sorry für die Art der Formulierung, aber so wurde es leider erzählt): Im Keller steht man in der Sch....?! Wir hatten zwar ein Kanalgebrechen, dieses wurde aber umgehend behoben und alles ist längst wieder intakt.

Wer´s nicht glaubt, kann gerne eine Runde durch´s Gebäude mit mir machen, wird auch keine Fliegen oder Mäuse finden, wie erzählt wurde.

Wenn´s was gegeben hat, war umgehend ein Fachunternehmen oder meine Mitarbeiter des Bauhofs zur Stelle, um zu unterstützen und sei es, wenn nur ein neuer Spiegel aufzuhängen war.
Also für eine Gemeinde unserer Größenordnung anfangs viel investiert und nun auch laufend zur Stelle, da kann man uns nicht viel vorwerfen. Außerdem wurde auch die Möglichkeit einer ganz neuen, noch größeren Ordination in Aussicht gestellt.

Trotzdem wurde ich dann vom Amtskollegen aus Zistersdorf darauf angesprochen, dass sich „mein“ Arzt um „seine“ Planstelle bemühe und sich schon mit den Planungen der Räumlichkeiten beschäftigt.

Selbstverständlich habe ich umgehend wieder das Gespräch mit Dr. Zambiasi gesucht und wir sind in einer konstruktiven Besprechung viele Punkte durchgegangen.
Schlussendlich wurden meinerseits Maßnahmen schriftlich zugesichert, Verbesserungen in der bestehenden Ordination am Rathausplatz herbeizuführen (z.B. Fenster, Heizkörper, Decke, Umbau Foyer).

Von der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft Arthur Krupp Ges.m.b.H. wurde gegenüber Dr. Markus Zambiasi gleichzeitig bestätigt, dass eine neue Arztordination im Projekt „Parkgasse (ehemals Schüttkasten)“ mit einer Nutzfläche von 160-170 m2 errichtet werden kann und es wurden auch schon erste Entwürfe vorgelegt.

Dieser Tage teilte mir Dr. Zambiasi dann persönlich leider mit, dass er aus wirtschaftlichen Gründen trotzdem nach Zistersdorf abwandern wird.

Ich muss das leider zur Kenntnis nehmen, kann Ihnen aber versichern, dass mein großer Wille vorhanden war, Dr. Zambiasi in unserer Gemeinde zu halten. Mehr als die für normale Verhältnisse großzügige bestehende Ordi zu adaptieren oder sogar eine neue, noch größere zu schaffen, kann ich aber nicht bieten. Anderenorts sitzen die Praktischen Ärzte in Räumlichkeiten ihrer Wohnhäuser oder in zur Verfügung gestellten Containern.

So schlecht finde ich unsere Ordi am Rathausplatz also ehrlich gesagt gar nicht, aber natürlich hat Zistersdorf doppelt so viel Einwohner und ein Pflegeheim, was vielleicht noch weiter steigende Patientenzahlen für Dr. Zambiasi bedeutet.

Jedenfalls wünsche ich ihm diese und auch ansonsten weiterhin viel Erfolg. Ich begebe mich nun wiederum auf Arztsuche und halte Sie diesbezüglich am Laufenden.
Eine Möglichkeit habe ich Dr. Zambiasi noch aufgezeigt, nämlich Zistersdorf als Hauptstandort und Hohenau als Nebenstandort zu führen, was laut Ärztekammer möglich ist und er dort hinterfragen wird.

Ein wenig untergegangen ist in diesem Kommentar nun die großartige Nachricht, dass das „Projekt Schüttkasten“ fix umgesetzt wird. Dazu in der nächsten Ausgabe mehr.

Bis dahin verbleibt ich mit den besten Wünschen für eine schöne Adventzeit.

Ihr

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