Bürgermeister steht nicht an, Nachholbedarf in der Grünraumpflege zuzugeben

Achtung: dieser Eintrag ist nicht mehr aktuell!

In letzter Zeit hat mich doch einiges an Kritik aus der Bevölkerung erreicht, was die Grünraumpflege in unserer Gemeinde betrifft. Ich sehe es aber als meine Pflicht, diese Kritik auch anzunehmen und für Abhilfe zu sorgen.

Berechtigte Kritik
Die Thematik schön zu reden, will ich gar nicht versuchen. Es ist eine Tatsache, dass vielerorts in unserer Gemeinde das Unkraut zu hoch steht und die Grünflächen gepflegter sein könnten.

Dass dies mit den unaufhörlichen Regenfällen im Mai sowie den stets wiederkehrenden Gewittern und Regenschauern über den ganzen Sommer hinweg zu tun hat, möchte ich dabei gar nicht in die Waagschale werfen. Das merkt man ja auch im eigenen Garten. Das heurige Jahr ist irgendwie ganz konträr zum Vorjahr, in dem durchgängige Trockenheit herrschte und man gar kein Problem mit wucherndem Grün bekommen konnte, sondern eher darauf achten musste, dass nicht alles vertrocknet.

Neue Situation
Den Grund, dass wir mit der Thematik (noch) nicht ganz zurecht kommen, sehe ich vor allem in der Umstellung, von den bisher angewendeten Unkrautbekämpfungsmethoden wegzukommen.

Das thermische Verfahren, wie es angewendet wurde, zerstört durch die mit Gas erzeugte Hitze das Eiweiß in der Pflanze. Leider bringt dieses Verfahren keine Wurzelwirkung mit sich und die Unkräuter treiben nach wenigen Tagen wieder aus. Das leider sogar vermehrt, da sich beim Annähern mit der heißen Luft die Samen der Pflanzen in der Umgebung verteilen und neue lästige Keimlinge bilden.

Welches Verfahren?
Die Suche nach einer besseren Möglichkeit Unkraut umweltschonend und gesetzeskonform zu bekämpfen, ist aber eine große Herausforderung. Heißwasser benötigt eine aufwändige Technik und bringt eine geringe Flächenleistung mit sich. Mit Heißdampf und Heißschaum schafft man zwar eine höhere Flächenleistung, benötigt dafür aber eine noch aufwändigere Technik, agiert damit sehr viel teurer.

Eine weitere bekannte Möglichkeit mit Infrarot hat einen geringen Wirkungsgrad und auch keine Wurzelwirkung. Ich neige deshalb zu einem mechanischen Verfahren und lote mit meinen Mitarbeitern vom Bauhof ein paar Möglichkeiten, wie fahrbare Handgeräte oder Anbaugeräte, aus.

Kein Roundup
Im Sinne unserer Umwelt, vor allem auch im Sinne unserer Bürgerinnen und Bürger haben wir uns auch gänzlich von der Verwendung glyphosathaltiger Totalherbizide abgewandt. Das heisst wir verwenden kein Roundup mehr. Momentan verwenden wir ausschließlich ein Mittel mit dem „Natur im Garten“ - Gütesiegel.

Natur im Garten-Gemeinde
Als solche möchte ich vom breiten Beratungsangebot Gebrauch machen. Mit den entsprechenden Bepflanzungsplänen wird uns dann eine naturnahe, pflegeleichte und nützlingsfördernde Gestaltung des Straßenbegleitgrüns gelingen.

Im Vergleich zu herkömmlichen Bepflanzungen benötigt nämlich ein auf ökologische Bewirtschaftung ausgelegter Grünraum dann weniger Pflege und es können dadurch in der Erhaltung auch Kosten gespart werden.

Pflanzenvielfalt, dauerhafte Bepflanzungen mit Stauden und Gehölzen, Bodenpflege und die Schaffung natürlicher Nischen können Pflegearbeiten wie Unkrautjäten minimieren. In letzter Zeit hat mich doch einiges an Kritik aus der Bevölkerung erreicht, was die Grünraumpflege in unserer Gemeinde betrifft. Ich sehe es aber als meine Pflicht, diese Kritik auch anzunehmen und für Abhilfe zu sorgen. Mir ist bewusst, dass die Grünflächen unserer Gemeinde nicht nur ein Blickfang sein sollen! Das öffentliche Grün muss vor allem das Wohlbefinden der Menschen fördern.

Durch die Herausforderungen des Klimawandels werden Grünflächen noch wichtiger. Aber auch die Anforderungen sind andere, weshalb hitzeresistentere Pflanzen eine Rolle spielen müssen.

Selbstverständlich sind mir auch Bäume immens wichtig. Sie filtern die Luft und bringen Abkühlung an heißen Tagen. Aber auch hierbei muss man regelmäßig die richtigen Pflegemaßnahmen setzen und bei Neupflanzungen auf die richtige Auswahl setzen. Standortgerechte Baumarten sind dafür essentiell.

Ehrliche Ambitionen
Auf alle diese Dinge möchte ich mit meinem Team in Zukunft achten. Das momentan viele Unkraut und die nicht wenig gefällten Bäume gefallen uns natürlich selbst nicht. Ich kann Ihnen versichern, dass es sich dabei nur um eine Phase der Umstellung handelt.

Ich denke aber, der Weg hin zu ökologisch gepflegten öffentlichen Grünräumen ist der richtige, auch wenn es ein bisschen Zeit für die Umstellung benötigt. Laut Erstgespräch mit Natur im Garten - Experten 2-3 Jahre. Bitte geben Sie meinem Team und mir diese Zeit. Wir werden schon bei der Planung des Parks damit beginnen und ich lade Sie heute schon ein, mit uns den ersten Planungsentwurf zu begutachten und zu diskutieren.

Bis dahin verbleibt mit den besten Wünschen
Ihr Bürgermeister Wolfgang Gaida