Für Bürgermeister Robert Freitag ist Integration keine Einbahnstraße

Achtung: dieser Eintrag ist nicht mehr aktuell!

Bürgermeister Robert Freitag

Bürgermeister Robert Freitag Robert Gaida

In meiner Rubrik darf ich diesmal Rückblick auf die abgelaufene Gelsensaison halten und Sie über den Fortschritt bei der Errichtung von Unterkünften für Flüchtlinge informieren.

„Gelsenheli“ im Frühjahr
Ein extrem feuchter Winter 2014/2015 und die Überflutung eines großen Teiles der March-Thaya-Auen durch das Hochwasser im April bescherte uns einen sehr frühen Start in die heurige Gelsensaison. Mehrere kleinere Einsätze unserer Bauhofmitarbeiter mit Rückenspritzen, sowie die zwei erfolgreichen Hubschraubereinsätze im Frühjahr verhinderten ein Schlüpfen der Gelsenlarven.

Besser als in den Vorjahren funktionierte heuer auch die „Bekämpfung der Hausgelsen“. Immer mehr Hohenauerinnen und Hohenauer erkennen die Notwendigkeit der Mitarbeit jedes Einzelnen, um die Plagegeister in den Wohngebieten und am Kellerberg in Schach zu halten.

Ein äußerst trockener Sommer und kein Hochwasser bisher in der zweiten Jahreshälfte reduzierte unseren Arbeitsaufwand bei der Gelsenregulierung in den Auen ab Juni auf ein Minimum.

Nicht so bei wohnraumnahen Brutstätten in den Zwischenlagern, den Absatzbecken und den unzähligen Gelsenbrutstätten auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik. Hier, wie auch bei den Regeneinläufen im Gemeindegebiet, waren zahlreiche Kontrollen und auch Regulierungsmaßnahmen durch unseren Gelsenbeauftragten notwendig. Seine hervorragenden Geländekenntnisse und seine Genauigkeit bescherten uns auch hier einen hervorragenden Erfolg.

Positives Gelsen-Fazit
Ein gut vorbereitetes Projekt, das Engagement des Gelsenbeauftragten Gerhard Rebl, des Biologen Hans Jerrentrup und vieler Hohenauerinnen und Hohenauer bescherten uns einen gelsenfreien wunderbaren Sommer. Allen herzlichen Dank!

Umfassende Flüchtlingsinfo
Ein weiteres Thema, das uns auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, ist das Thema Asyl und Flüchtlinge. Bereits in den letzten beiden Ausgaben von „Rathaus aktuell“ und auch bei einer gut besuchten Veranstaltung im Atrium (siehe dazu auch Seite 4) boten wir Informationen zu diesem brisanten Thema und die damit, auch für unser Hohenau, verbundenen Herausforderungen.

Die bereits bekannte „Hohenauer Lösung“ sieht ja die Adaptierung bzw. Errichtung von Unterkünften für 40 bis 50 Flüchtlinge mit Unterstützung der Agrana am Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik vor. Die Arbeiten schreiten zügig voran und die Quartiere werden in ca. 14 Tagen bezugsfertig sein.

Um Gerüchte zu entkräften, möchte ich hier klarstellen, dass seitens der Gemeindevertretung keine weiteren derartigen Projekte in Hohenau vorgesehen sind. Wir sind bereit, unseren Beitrag zur Linderung dieser humanitären Katastrophe zu leisten, verstehen aber nicht, dass sich noch immer viele Gemeinden zurücklehnen und so tun, als ginge sie das alles nichts an.

Zuwanderung, die Angst vor dem Fremden, ruft bei Vielen verständlicherweise Ängste hervor, die oft auch noch durch bewusst verbreitete Unwahrheiten verstärkt werden. Das brauchen wir nicht. Die Realität ist grausam genug.

Niemand hat sich eine derartige Situation herbeigewünscht, aber sie ist nun mal Realität. Auch handelt es sich hier um Menschen, oft auch um Kinder und der Winter steht vor der Tür.

Kontrollierter Zustrom
Bei all meinem Bemühen in dieser Angelegenheit ist mir aber auch bewusst, dass auf unsere Regierung und Behörden noch viel Arbeit wartet. Die Bevölkerung wird nur dann ihre Ängste ablegen, wenn zukünftig an der Grenze jeder registriert wird und damit der Zustrom wieder kontrolliert werden kann. Auch darf nicht vergessen werden, Integration ist keine Einbahnstraße. Wir müssen Flüchtlinge mit Asylstatus unterstützen und Integration ermöglichen, aber auch mit Eintritt in unser Land klarmachen, dass wir Akzeptanz unserer Wertvorstellungen, die Gleichberechtigung der Geschlechter, Demokratieverständnis und Sprachkenntnisse verlangen. Denn nur bei beiderseitigem Bemühen kann Integration gelingen.

Geschätzte Hohenauerinnen und Hohenauer, herzlichen Dank für die rege Teilnahme an unser Informationsveranstaltung und vor allem jenen, die uns ihre aktive Mitarbeit zugesichert haben.

Ihr Bürgermeister:
Robert Freitag