Offensichtliches Missverständnis zum Thema „Kinderbetreuung“

Achtung: dieser Eintrag ist nicht mehr aktuell!

Provisorische Kindergartengruppe

Der Platz in der 6. Gruppe reicht unter diesen Umständen leider nicht aus, © Wolfgang Gaida

Sehr geehrte Hohenauerinnen und Hohenauer!

Natürlich macht es mehr Freude, über positive Dinge zu berichten. Als Bürgermeister unserer Gemeinde habe ich das Glück, dass dies ohnehin meistens der Fall ist. Nun ist es hoffentlich erlaubt und wird es toleriert, dass ich zu einer ganz bestimmten Angelegenheit auch einmal Klartext reden darf: zur Kinderbetreuung!

Betreuungsoffensive

Die Offensive war wirklich sehr offensiv - man kann auch behaupten nicht bis ins Detail durchdacht - und stellt die Gemeinden nun landesweit vor nahezu unlösbare Aufgaben. Als das Land Niederösterreich mit der Betreuungsoffensive die Kindergärten auch für 2-jährige öffnete, war das allerdings nicht so gemeint, dass alle ihre Kinder schon mit zwei Jahren in den Kindergarten bringen müssen.

Nur theoretisch gut

Eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erzielen, ist wichtig und in meinem Sinne. Ich habe deshalb in unseren Gremien und beim Land Niederösterreich umgehend die Einrichtung einer weiteren Kindergartengruppe für Kleinkinder vorangetrieben, damit niemand von jenen, die wirklich Bedarf haben, auf der Strecke bleibt.

Geht sich nicht aus

Unser Wille war also da! Sofort nach Feststehen der Details und einer Bedarfserhebung für das Kindergartenjahr 2024/2025 war klar, dass sich das im bestehenden Kindergarten nicht mehr ausgeht.

Zusätzlich zum Beschluss über den Neubau eines größeren Kindergartens mit sieben Gruppen und einer Tagesbetreuungseinrichtung wurde deshalb sofort und mit viel Aufwand eine provisorische 6. Kindergartengruppe eingerichtet bis der neue Kindergarten für das Kindergartenjahr 2026/2027 fertig ist. Die ersten Kinder mit zwei Jahren hätten ansonsten schon im heurigen Februar keinen Platz mehr gehabt.

Wieder kein Platz

Nun zeigt sich leider, dass nicht nur jene Eltern ihr Kind mit zwei Jahren in den Kindergarten bringen, die berufstätig sind, sondern nahezu alle.
Im Falle des laufenden Kindergartenjahres werden weitere 14 Kinder zwei Jahre alt und dann kommen noch weitere 25 Kinder mit zwei Jahren ab September 2026 hinzu. Wie soll sich das ausgehen, alle aufzunehmen, vor allem wenn in einer Kleinkindgruppe durch das neue Kindergartengesetz nur mehr 15 Kinder betreut werden dürfen.

Nur mehr für Berufstätige

Wir sind deshalb gefordert, eine Lösung zu finden, damit das ursprüngliche Ziel, nämlich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, nicht aus den Augen verloren wird.
Auch wenn wir schon in der ersten Bedarfserhebung darauf hingewiesen und darauf vertraut haben, dass nur jene Eltern ihr Kind mit zwei Jahren für den Kindergarten anmelden, die wirklich Bedarf haben, ist dem leider nicht so. Es bringen leider auch (zu) viele ihre Kinder, die nicht berufstätig sind und sich eigentlich selbst um ihr Kind kümmern könnten.

So geht das nicht

Auch wenn ich mir nun vielleicht nicht nur Freunde mache, muss ich das in aller Deutlichkeit sagen. So ist das nicht gedacht und dafür sind die notwendigen Ressourcen nicht vorhanden.

Darum geht´s

Um Vereinbarkeit von Familie und Beruf! Darauf zielt die Bildungsoffensive ab! Dabei wollen wir unterstützen! Wenn also jemand berufstätig ist und deshalb Hilfe mit der Betreuung seiner Kinder benötigt, wollen wir helfen!

Wir stehen gerne zur Verfügung eine etwaige Karenzlücke zu schließen und schaffen die notwendigen Voraussetzungen. Wir können aber nicht alle Kinder mit 2 Jahren aufnehmen!

Kernaussage

Wir helfen gerne, wenn tatsächlich Betreuungsbedarf besteht, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern. Das Er- und Großziehen der eigenen Kinder ist aber vorrangig immer noch Sache der Eltern, nicht der Gemeinde oder des Landes.

Ich hoffe, niemand fühlt sich auf den Schlips getreten und ich wünsche mir, dass das tatsächliche Problem erkannt und unser Lösungsansatz akzeptiert wird.

Einzige Lösung

Die einzige Lösung, möglichst vielen einen Betreuungsplatz für ein Kind ab zwei Jahren, zwecks Vereinbarkeit von Familie und Beruf zur Verfügung stellen zu können, ist der Nachweis der Berufstätigkeit, den wir deshalb mit der Anmeldung für das Kindergartenjahr 2025/2026 verlangen müssen.

Mit der Bitte um Verständnis und den besten Wünschen für einen weiterhin schönen Sommer verbleibt

Ihr Bürgermeister

Unterschrift